Geriatrische Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen sollten ihre Schnittstelle im Verlegungsmanagement jetzt verstärken. Warum?

Das am 18.9.2020 beschlossene „Intensivpflege und Rehabilitationsstärkungsgesetz“ verbessert nicht nur den Übergang zwischen Akutversorgung und geriatrischer Rehabilitation, sondern vor allem auch den bisher stark unterentwickelten Übergang vom Pflegeheim in die geriatrische Rehabilitation. In der geriatrischen Rehabilitation sollten dadurch zusätzliche Kapazitäten entstehen. Gewinner sind die Pflegebedürftigen. Sie haben es nun leichter, ihren Anspruch auf geriatrische Rehabilitation durchzusetzen, gerade bei bereits bestehender Pflegebedürftigkeit oder bei Verschlechterung ihres Zustandes. Das Ziel aus Sicht der Pflegebedürftigen ist es, möglichst lange ein hohes Maß an persönlicher Autonomie zu behalten.

Stärkung der Autonomie Pflegebedürftiger

Das definiertes Ziel der Rehabilitation bleibt, die Pflegebedürftigkeit zu mindern oder ihre Verschlimmerung zu verhüten (§ 31 Abs.1SGB XI). Die verstärkten Mitteilungspflichten durch die Gesetzesneufassung und die verpflichtende Darstellung der Rehabilitationsmöglichkeiten bei jeder Pflegebegutachtung erhöhen die Transparenz – auch bei bereits bestehender Pflegebedürftigkeit. Und sie werden positive Folgen haben. Sowohl aus dem häuslichen Umfeld als auch aus Pflegeheimen wird die Nachfrage nach geriatrische Rehabilitation steigen. Hervorzuheben ist die Verpflichtung, den Pflegebedürftigen nach Feststellung eines Rehabilitationsbedarfs unverzüglich zu informieren. Ebenso den zuständigen Rehabilitationsträger, soweit der Pflegebedürftige zustimmt.

Reibungslosen Übergang Pflege – Rehabilitation gewährleisten

Rehabilitationskliniken und Pflegeheime sollten daher für eine reibungslose bidirektionale Schnittstelle sorgen. Sie soll sowohl die Situation der Rehabilitanden, die nach Abschluss ihrer Rehabilitationsmaßnahme auf Pflege angewiesen sind, berücksichtigen, als auch auf Seiten des Pflegeheims, die der Pflegebedürftigen. Die Pflegebedürftigen wiederum reduzieren durch eine Rehabilitationsmaßnahme den Grad ihrer Pflegebedürftigkeit und können ihre Selbstständigkeit erhöhen oder zumindest stabilisieren.

Insbesondere die Schnittstelle vom Pflegeheim in eine geriatrische Rehabilitation schließt eine bisher bestehende Lücke und den Prozessbruch im Übergang vom Pflegeheim in die Rehabilitationsklinik. Auch bei bestehender Pflegebedürftigkeit im Pflegeheim oder zu Hause hat der Patient Anspruch auf Rehabilitation, um einen möglichst hohen Grad an Autonomie zu behalten. Die geriatrischen Rehabilitationskliniken müssen sich nun auf diesen besonderen zusätzlichen Bedarf einstellen. Die Lebensbilanz der Betroffenen erfährt hier noch einmal ein deutliches Plus. Nicht zuletzt profitiert auch das Pflegeheim von einem höheren Grad an Selbstständigkeit seiner pflegebedürftigen Bewohner.

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Autor: Bernhard Wehde